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Historische Bibliothek mit Rokokosaal

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist eine öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte mit Schwerpunkt auf der deutschen Literatur der Zeit um 1800. Sie bewahrt literarische Zeugnisse vom 9. bis zum 21. Jahrhundert als Quellen der Kulturgeschichte und der Forschung auf, erschließt sie nach formalen und inhaltlichen Gesichtspunkten und stellt sie zur Benutzung bereit. Insgesamt gehören 1 Millionen Einheiten zum Bibliotheksbestand.

Nach einer Vorgeschichte, die bis ins Jahr 1552 zurückreicht, begann 1691 unter Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar der zielgerichtete Ausbau der Herzoglichen Bibliothek. Zunächst war sie in drei Räumen des Residenzschlosses untergebracht. Nach dem Umbau des »Grüne Schlösschens«, veranlasst durch die Herzogin Anna Amalia, stand der Herzoglichen Bibliothek ab 1766 ein eigenes Gebäude zur Verfügung.

Während des 18. Jahrhunderts rückte die Weimarer Bibliothek in die Reihe der bedeutendsten Bibliotheken in Deutschland auf und besaß im Jahr 1832 bereits 80.000 Bände.

1919 erfolgte die Umbenennung in Thüringische Landesbibliothek. 1969 wurde das traditionsreiche Haus mit der kleineren Institutsbibliothek der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar unter deren Namen, nämlich Zentralbibliothek der deutschen Klassik, vereinigt. Seit dem dreihundertjährigen Jubiläum im Jahr 1991 trägt sie den Namen der Herzogin Anna Amalia als ihrer größten Förderin.

Das Historische Bibliotheksgebäude mit seinem berühmten Rokokosaal gehört seit 1998 zusammen mit anderen Weimarer Stätten der deutschen Klassik zum Weltkulturerbe der UNESCO. Nach dem Bibliotheksbrand im Jahr 2004 ist das Historische Gebäude seit 2007 wieder geöffnet und kann jeden Tag (außer montags) von maximal 290 Personen besucht werden.